Letztes Feedback

Meta





 

Wie man einen Bus kauft...

Einen Bus zu kaufen, klingt ja zunächst recht einfach - man geht in einen Laden, sagt: "ich hätte gerne einen Bus", bezahlt und fährt mit seinem Bus nach Hause... Tolle Idee, aber irgendwie etwas unrealistisch. Komisch! Also zunächst ein Kassensturz - wieviel können und wollen wir in einen Bus investieren? Beide wollen und können wir relativ problemlos 10.000 zusammen kratzen. Mit 20.000 müsste man doch schon einmal etwas anfangen können. Um eine erste Idee zu haben, fuhren wir am letzten Freitag zum Ausbauer Custom-Bus nach Hannover - obwohl - eigentlich fuhren wir daran vorbei, so klein ist die Werkstatt, die wir schließlich in einem Hof fanden. Dort standen aber dann schon drei Busse, die uns zur Besichtigung einluden. Schon schick - Aufstelldach, drehbare Vordersitze, großer Kühlschrank u.s.w. Leider stand vor dem Bus auch ein Preisschild - mit allem drum und dran sollte der Bus knapp 60.000 kosten. Aber man kann ja mal so tun, als ob und ließen uns alle Details erklären. Aber das, was mich als Frau natürlich am meisten bewegte, war der Hinweis auf dem Preisschild, dass es eine Toilette gebe. Denn es eines hatte mir unsere Frankreichreise gezeigt: Immer ein Klo dabei zu haben, ist unbezahlbar (damit könnte man Werbung für eine bekannte Kreditkarte machen)! Die folgende Präsentation trug schon lorioneske Züge: Der Mitarbeiter zog zwei Bretter aus einer Spalte, von denen eines ein großes Loch hatte, diese schob in eine Schiene in der Seitentür und stützte es mit dem andere Brett ab. In das Loch kam dann ein grüner Beutel, den man dann im Falle des Falles befüllen und den Inhalt mit Katzenstreu fixieren sollte. Lecker! Ein Deckel soll dann die Geruchsentwicklung eindämmen und das ganze Paket kann man dann müllsparend im Hausmüll entsorgen... Auch der Hinweis, man solle daran denken, vorher die Tür abzuschließen, damit einem im Zweifelsfall nicht der Boden unter dem Hintern weggezogen wird, machte die Sache irgendwie nicht besser... "Das ist ja auch nur für den Notfall - schließlich kostet ein Beutel mit Deckel und Katzenstreu 2 Euro. Ein teures Vergnügen, mal eben so zu müssen - und ob man die Fracht dann auch noch im Innenraum transportieren will??? Ich stelle mir das gerade bildlich bei einem gewagten Bremsmanöver oder auf einer Passtraße vor... Na ja, ich weiß ja nicht... Mit sehr gemischten Gefühlen fuhren wir also heim. Also doch die eierlegende Wollmilchsau selber basteln. Dazu braucht man zunächst - einen Bus - was sonst? Natürlich sollte er von VW sein, möglichst ein T5, gerne gebraucht, aber nicht zu sehr. Das Internet müsste hier doch weiterhelfen können - hier ein (wahrscheinlich ernst gemeintes) Angebot auf der Seite mobile.de. Was man doch für einen alten, klapprigen VW-Bus noch bezahlen kann - die Preise schwanken zwischen verrückt und jenseits von gut und böse. 200.000km und Erstzulassung 2004 sind kein Grund, für einen Multivan weniger als 15.000 Euro zu nehmen. Autsch! Dann eben doch den Transporter, die Version ohne Schnickschnack. Den gibt es immerhin schon für unter 10.000 Euro, wenn man Glück und keine Angst vor vergammelten Innenräumen. Auch Beschreibungen a la: "Ich hier verkaufe Wagen gute Zustand, weil Geld" sollten einen nicht abschrecken. Wir machen also eine Rechnung auf: Wieviel kostet der Bus mit welcher Ausstattung und was müssen wir für den Ausbau investieren. Alles können wir ja nicht selbst machen. Ein Aufstelldach inklusive Einbau: 5.000, Drehsitze vorne 500 Euro, eine Kochzeile: 1.700 Euro, Fenster: 1.000 Euro... Wie wir es drehen und wenden, wir kommen immer auf 30.000. Also doch im Lotto spielen oder bei Günter Jauch eine Millionen gewinnen? Beides ist doch eher unwahrscheinlich. Aber man kann ja mal träumen.

18.8.14 20:54, kommentieren

Werbung


Am Anfang war...

...die Idee! ... oder nein, eigentlich nicht. Am Anfang war, wenn ich es mir recht überlege, das Haus der Geschichte in Bonn und ein neues Ausstellungsstück: ein echter VW Bulli aus den 60ern, der geschmückt mit Plastikhanfblättern, rosa angemalt und mit Holzstoßstange noch bis vor drei Jahren durch die USA fuhr. Ich sah diesen Bus und war verliebt. Seitdem ließ mich die Idee nicht mehr los, mit einem Bus Europa zu bereisen. ...bei meinem Freund nur entsetztes Kopfschütteln: zu eng, zu ungemütlich, was tun bei Regen? - doch lieber ins Ferienhaus! Ein erstes Einsehen gab es bei ihm bei einem gemeinsamen Schottlandurlaub im Ferienhaus: "Also, für Schottland ist doch vielleicht eventuell so ein Bus doch gar keine schlechte Idee..." Mehrere Urlaube und tausende von Kilometern später war es soweit. "Ok, wir können uns ja mal einen Bus leihen, um das mal zu testen". Gesagt, getan: Nur ist es gar nicht so einfach, kurz vor der Hauptsaison einen Kastenwagen zu bekommen. Nach einigen Versuchen gaben wir desillusioniert auf und kauften uns ein Zelt, nur im dann eine Woche später über die Internetplattform paulcamper, über die man privat Campinbusse vermieten kann, doch noch die Zusage für einen nagelneuen Bus bekamen. Unsere erste gemeinsame Tour in dem ausgebauten Fiat Ducato führte uns vor also diesen Sommer für zwei Wochen nach Frankreich an die Atlantikküste - einmal von Bordeaux bis in die Bretagne. So wollten wir unsere gemeinsame Campingtauglichkeit testen. Das Ergebnis: Wir fühlten und campingtauglich, den Fiat Ducato allerdings nicht. Mein Freund und Autoexperte fand immer neue Baustellen, die ihn den Kopf schütteln ließen - die Türen zu laut, der Motor zu schwach, zu viel Plastik. Vor allem aber zu groß und zu hoch. Die offiziellen Stellplätze meidend suchten wir nämlich vergeblich nach Möglichkeiten uns romantisch an einsamen Stränden nächtlich zu positionieren - entweder wurden wir durch große Schilder (parken für Wohnmobile zwischen 22 und 6 Uhr verboten) oder durch in zwei Metern Höhe angebrachte Schikanebalken daran gehindert, auf vielversprechenden Plätzen zu nächtigen. Wir kamen also aus dem Urlaub mit der Erkenntnis wieder, dass ein Kastenwagen mit 2,60m Höhe bestimmt viele Vorteile, aber genauso viele Nachteile hat. Eine gute Freundin sagte mir vor einiger Zeit: "In einer Partnerschaft braucht man immer ein Projekt, ansonsten geht sie den Bach runter. Meistens heißt das Projekt Kind..." Je mehr ich darüber nachdachte, desto wahrer erschien mir diese Aussage - da das Projekt "Kind" aus verschiedensten Gründen nicht durchführbar ist, keimte in mir der Gedanke, dass das Projekt "Wir bauen einen Bus" doch eine gute Idee sei, zumal mein Freund als Maschinenbauer und Motorenentwickler durchaus als Experte betrachtet werden kann. Seine Begeisterung hielt sich nur leider immer noch in Grenzen. Bis ich letzte Woche meinen traumatischen 40sten Geburtstag feiern musste. Als ich sein Geschenk in Empfang nahm, traute ich meinen Augen kaum - eine Bulli-Spardose mit einem "Projektfahrplan", beginnend mit dem Kauf eines gebrauchten VW-Busses, endend mit der ersten gemeinsamen Tour im kommenden Jahr... Mit dem Geschenk kam mir dann der Gedanke, das "Projekt Bull" in diesem Blog zu begleiten. Ob und wie es weitergeht, ist dabei natürlich völlig offen...

15.8.14 19:41, kommentieren